Frau prüft am Bildschirm den Indexierungsstatus ihrer wichtigen Seiten

Weniger Besucher über Google? So findest du heraus, woran es liegt

Der Monatsbericht zeigt eine rote Zahl: weniger Besucher über Google. Die naheliegenden Erklärungen liegen schnell auf dem Tisch. Google hat wieder etwas umgestellt. Die Website ist kaputt. Oder die Kunden suchen inzwischen woanders.

Bevor du eine davon glaubst oder Geld für Änderungen ausgibst, klärst du drei Dinge in dieser Reihenfolge: welche Zahl tatsächlich gefallen ist, wo genau der Rückgang sitzt und ob er bis zu deinen Anfragen durchschlägt. Danach steht in den meisten Fällen fest, ob du einen Fehler beheben, eine Ursache gezielt untersuchen oder weiter beobachten solltest. Die Größe des Rückgangs sagt dabei erstaunlich wenig. Entscheidend ist, welche Seiten er trifft.

Die Antwort vorab

Ein Rückgang ist erst dann ein Geschäftsproblem, wenn er Seiten trifft, über die Anfragen kommen, oder wenn die Anfragen selbst sinken. Alles davor ist ein Prüfauftrag, kein Notfall. Die Werkzeuge dafür sind kostenlos: Search Console, Google Trends und eine Liste mit allem, was sich an deiner Website geändert hat.

Es geht hier um Besucher aus der normalen Google Suche. Wenn Anzeigen, Social Media oder direkte Aufrufe zurückgehen, gelten andere Ursachen. Sie tauchen nur dort auf, wo sie die Zahlen aus der Suche verfälschen können.

Zuerst klären, welche Zahl gefallen ist

„Weniger Besucher“ kann fünf verschiedene Dinge bedeuten, und jedes hat andere Ursachen. Sie bauen aufeinander auf, deshalb lohnt es sich, sie in dieser Reihenfolge zu lesen:

1

Impressionen in der Google Suche. Wie oft deine Website überhaupt in den Ergebnissen erschienen ist. Sie hängen davon ab, wie viele Menschen suchen, ob Google deine Seiten kennt und wo du stehst.

2

Klicks aus der Google Suche. Wie oft jemand aus den Ergebnissen auf deine Seite gekommen ist. Zusätzlich zu den Impressionen zählt hier, wie dein Ergebnis aussieht und was sonst auf der Ergebnisseite steht.

3

Gemessene Besuche. Was dein Analysewerkzeug, etwa Google Analytics, als Sitzung aus der normalen Google Suche zählt, also ohne Anzeigen. Hier spielen Messung, Einwilligungsbanner und Technik mit hinein.

4

Qualifizierte Anfragen. Anrufe, Formulare, Mails von Menschen, die zu deinem Angebot passen.

5

Gewonnene Aufträge. Was am Ende tatsächlich verkauft wurde.

Tabelle mit fünf Zahlen von Impressionen bis Aufträgen: wo du jede Zahl findest und wo du die Ursache suchst, wenn sie als oberste gefallen ist
Die oberste Zahl, die gefallen ist, zeigt dir, wo du die Ursache suchst.

Die ersten beiden Zahlen liefert die Search Console im Leistungsbericht. Google definiert dort Impressionen als die Anzahl, wie oft deine Website in den Ergebnissen erschien, und Klicks als die Klicks aus den Ergebnissen auf deine Seite. Wenn du sie noch nicht nutzt, solltest du die Search Console einrichten, bevor du irgendetwas anderes tust. Sie ist kostenlos und zeigt die Suchdaten deiner Website direkt aus Googles eigener Messung.

Die dritte Zahl ist die mit den meisten Fehlalarmen. Google schreibt in seiner Anleitung zu Search Console und Analytics ausdrücklich, dass die Summen beider Werkzeuge nicht übereinstimmen, die allgemeine Richtung aber ähnlich sein sollte. Als Gründe nennt Google unter anderem Seiten ohne Messcode, Besucher, die der Datenerhebung nicht zustimmen, unterschiedliche Zeitzonen und den Umgang mit Bots.

Daraus folgt eine schnelle Prüfung: Fällt nur die Zahl in Analytics, während die Klicks in der Search Console stabil bleiben, spricht viel für eine Änderung an der Messung. Ein neu eingestelltes Einwilligungsbanner, ein Plugin-Update, das den Messcode entfernt hat, eine neue Seitenvorlage ohne Tracking. Bewiesen ist das erst, wenn du die Änderung findest. Aber du suchst dann an der richtigen Stelle und nicht bei Google.

Die vierte und fünfte Zahl stehen in keinem Werkzeug von Google. Sie stehen in deinem Postfach, deinem Telefonprotokoll und deiner Buchhaltung. Sie entscheiden später, wie dringend das alles ist. Zählst du Anfragen bisher nicht, fang jetzt an: eine Strichliste pro Monat reicht.

Kommt die Zahl aus dem Bericht einer Agentur, frag zuerst, aus welchem Werkzeug sie stammt und ob sie Anzeigen enthält. Du kannst auch verlangen, dass die Agentur die folgenden Prüfschritte selbst durchgeht. Hast du keinen eigenen Zugang zur Search Console, lass dir einen geben. Das Konto gehört zu deiner Website, und warum das wichtig ist, steht im Beitrag Wer hat die Schlüssel zu deiner Website?.

Einen fairen Vergleich wählen

Ein Rückgang ist immer ein Vergleich. Ist der Vergleich schief, zeigt die Zahl einen Rückgang, den es so nicht gibt. Drei Fehler kommen dabei besonders oft vor: der Vergleich mit dem Vormonat bei einem saisonalen Geschäft, der Blick auf einzelne Tage und die Prozentzahl bei sehr kleinen Mengen.

Google empfiehlt in seinem Leitfaden zu Rückgängen bei Suchzugriffen, den Zeitraum im Leistungsbericht auf die letzten 16 Monate zu stellen. So siehst du, ob derselbe Einbruch im Vorjahr zur gleichen Zeit schon einmal da war. Über „Vergleichen“ setzt du danach den aktuellen Zeitraum gegen den Vorjahreszeitraum. Ein Heizungsbauer hat im Sommer andere Suchanfragen als im November, eine Steuerkanzlei vor dem Abgabetermin andere als danach. Der Vorjahresvergleich passt allerdings nur, wenn dein Angebot und deine Website in der Zeit grundsätzlich gleich geblieben sind.

Einzelne Tage sagen wenig. Feiertage, Brückentage und selbst das Wetter können Suchen verschieben. Stell die Ansicht deshalb auf Wochen, sie glättet laut Google die täglichen Schwankungen. Und lass die letzten Tage außen vor: Die Search Console zeigt sie gepunktet, weil diese Daten noch vorläufig sind.

Der dritte Fehler ist der teuerste. Eine einfache Rechnung zeigt, warum:

Ausgangswert 30 Prozent weniger Absoluter Unterschied
10 Klicks im Monat 7 Klicks 3 Klicks
10.000 Klicks im Monat 7.000 Klicks 3.000 Klicks
Rechenbeispiel

Bei 10.000 Klicks sind 3.000 fehlende Besucher ein Muster, das sich untersuchen lässt. Bei 10 Klicks reicht ein einziger Kunde, der statt dreimal nur einmal auf dein Ergebnis geklickt hat, um zwei der drei fehlenden Klicks zu erklären. Schreib bei kleinen Mengen deshalb immer die absolute Zahl neben die Prozentzahl. Und sieh dir einen längeren Zeitraum an, bevor du aus drei Klicks eine Ursache ableitest.

Den Rückgang eingrenzen, in dieser Reihenfolge

Siehst du auch nach einem fairen Vergleich weniger Besucher aus Google, ist der Rückgang echt. Dann suchst du als Nächstes, wo er sitzt. Du brauchst dafür kein vollständiges technisches Audit. Fünf Fragen im Leistungsbericht der Search Console reichen für die meisten Fälle, und jede schränkt die nächste ein:

1

Ganze Website oder einzelne Seiten? Stell im Leistungsbericht über den Datumsfilter im Reiter „Vergleichen“ zwei Zeiträume gegenüber. Öffne darunter die Tabelle „Seiten“ und sortiere nach dem Unterschied bei den Klicks. Fehlen die Klicks gleichmäßig überall, ist die Ursache eher übergreifend: Technik, Nachfrage, ein Update. Fehlen sie vor allem auf drei oder vier Seiten, schaust du dir genau diese an.

2

Welche Suchanfragen haben verloren? Klick auf eine der betroffenen Seiten und wechsle in den Tab „Suchanfragen“. Jetzt siehst du, mit welchen Suchbegriffen diese Seite früher gefunden wurde und welche davon weniger bringen.

3

Betrifft es bestimmte Geräte, Länder oder Sucharten? Die Tabs „Geräte“ und „Länder“ zeigen, ob zum Beispiel nur mobile Suchen fehlen oder nur die Schweiz. Der Filter „Suchtyp“ trennt die normale Websuche von Bildern, Videos und News. Ein Rückgang, der nur die Bildersuche betrifft, ist für die meisten Betriebe eine Randnotiz.

4

Geht es um deinen Namen oder um Leistungsfragen? Filtere die Suchanfragen einmal nach deinem Firmennamen. Wer dich mit Namen sucht, kennt dich schon. Fallen diese Suchen, ist das ein Hinweis, dass weniger Menschen von dir gehört haben. Dann lohnt der Blick auf Empfehlungen, Werbung und Social Media, bevor du an der Website etwas änderst. Fallen nur allgemeine Fragen wie „Fenster austauschen Kosten“, geht es um deine Auffindbarkeit bei neuen Kunden.

5

Fällt der Beginn mit einer eigenen Änderung zusammen? Neues Theme, neue Seitenadressen, ein Plugin-Update, ein neues Menü. Lies das Datum im Diagramm ab, an dem die Kurve abknickt, und vergleiche es mit deiner Änderungschronik. Wie die aussieht, steht weiter unten.

Ein Wert hilft bei dieser Eingrenzung wenig: die durchschnittliche Position oben im Diagramm. Sie ist laut Google der Durchschnitt der jeweils höchsten Position deiner Website über alle Suchanfragen. Ein Durchschnitt über alle Anfragen sagt aber nichts über die eine Anfrage, die dir Kunden bringt. Steigst du bei zwanzig unwichtigen Begriffen und fällst bei dem einen wichtigen, kann der Durchschnitt sogar besser aussehen als vorher.

Was das Muster verrät und was nicht

Welche Zahl fällt und welche stabil bleibt, schränkt die möglichen Ursachen eines Rückgangs deutlich ein. Google unterscheidet in seinem Leitfaden selbst so: Sind Impressionen und Klicks gefallen, liegt die Ursache eher bei Nachfrage, Technik oder Ranking. Sind die Impressionen stabil und nur die Klicks gesunken, können Titel und Beschreibung deines Ergebnisses oder auffälligere Ergebnisse anderer die Ursache sein.

Was du siehst Wo du weiter prüfst
Weniger Impressionen und weniger Klicks Nachfrage, Auffindbarkeit und technische Veränderungen
Ähnliche Impressionen, weniger Klicks Suchanfragen, Positionen und Darstellung der Ergebnisse
Klicks ähnlich, gemessene Besuche niedriger Messung, Einwilligung und technische Erfassung
Besuche niedriger, Anfragen stabil welche Seiten und Besuchergruppen verloren gegangen sind
Besuche stabil, passende Anfragen niedriger Angebot, Kontaktweg und Zusammensetzung der Besucher
Wo du zuerst suchst

Die Tabelle zeigt, wo du anfängst, nicht, was die Ursache ist. Mehrere Ursachen können gleichzeitig wirken. Eine Seite kann Positionen verlieren, während zur selben Zeit das neue Einwilligungsbanner die gemessenen Besuche drückt. Deshalb wird aus einem Muster erst dann ein Befund, wenn du an der genannten Stelle etwas Konkretes findest.

Die letzte Zeile wird gern übersehen. Bleiben die Besuche stabil und die passenden Anfragen sinken trotzdem, liegt die Ursache selten bei Google. Dann lohnt der Blick auf das Formular, die Telefonnummer, den Preis oder die Frage, ob plötzlich andere Leute auf die Seite kommen als früher.

Technische Ursachen, die du selbst erkennen kannst

Technische Fehler sind die Ursachen, bei denen schnelles Handeln sich lohnt, weil sie sich gezielt beheben lassen. Google nennt im Leitfaden Serverprobleme, eine nicht abrufbare robots.txt (die Datei, die Suchmaschinen sagt, was sie abrufen dürfen), nicht gefundene Seiten und ein versehentlich gesetztes noindex, also eine Anweisung an Google, die Seite nicht in die Ergebnisse aufzunehmen. Solche Fehler können die ganze Website oder nur einzelne Seiten treffen, und der Rückgang kommt dann oft schleichend statt über Nacht.

Diese Veränderungen solltest du als Ursache prüfen, wenn sie in den letzten Monaten passiert sind:

  • Umzug oder neue Seitenadressen. Nach einer Umstellung schwanken Zugriffe, während Google die neuen Adressen erfasst. Bei mittelgroßen Websites dauert das laut Google oft einige Wochen. Bleibt der Rückgang länger, prüfst du die Weiterleitungen. Wie ein Relaunch mit sauberem Weiterleitungsplan aussieht, steht in einem eigenen Beitrag.
  • Geänderte Weiterleitungen. Führt eine alte Adresse ins Leere, auf die Startseite oder über mehrere Stationen, verliert die Zielseite häufig Klicks.
  • Unbeabsichtigte Indexierungssperren. Ein Haken in den WordPress-Einstellungen, eine Option im SEO-Plugin, eine neue Seitenvorlage. Ausgedachtes Beispiel: Nach einem Plugin-Update steht auf allen Leistungsseiten noindex, die Ratgeber sind nicht betroffen. Genau so ein Muster zeigt die Eingrenzung in Frage 1.
  • Nicht erreichbare Seiten. Ein ausgelaufenes Zertifikat, ein überlasteter Server, gelöschte Seiten ohne Ersatz.
  • Geänderte Navigation oder interne Verlinkung. Fliegt eine Seite aus dem Menü und wird von nirgends mehr verlinkt, findet Google sie schwerer.

Vieles davon siehst du selbst in der Search Console, ohne etwas zu verändern. Der Bericht zur Seitenindexierung zeigt, welche Seiten Google nicht aufnimmt und warum. Die URL-Prüfung zeigt für eine einzelne Adresse, ob sie indexiert ist und ob sie gerade abrufbar ist. Unter „Sicherheitsprobleme“ und „Manuelle Maßnahmen“ steht, ob Google eine Warnung oder eine Abstrafung ausgesprochen hat. Steht dort nichts, kannst du diese beiden Ursachen streichen.

Was du nicht tun solltest: auf Verdacht Einstellungen umstellen, Weiterleitungen löschen oder Seiten neu anlegen. Jede dieser Änderungen kann einen zweiten Fehler erzeugen und macht die Ursachenforschung schwerer. Findest du eine Sperre auf Seiten, die im Index sein sollten, oder Weiterleitungen über mehrere Stationen, ist das der Punkt für eine technische Prüfung. Bei Seiten, die gar nicht erst im Index ankommen, hilft auch der Beitrag dazu, was du tun kannst, wenn Seiten nicht im Index landen.

Nachfrage und Suchergebnisse: wenn sich draußen etwas verändert hat

Nicht jeder Rückgang hat seine Ursache auf deiner Website. Vier Fragen klären, ob sich draußen etwas verändert hat: ob weniger gesucht wird, ob Kunden andere Begriffe benutzen, ob deine Seite noch zur Frage passt und ob die Ergebnisseite anders aussieht als früher.

Wird weniger gesucht?

Google Trends zeigt, wie sich das Interesse an einem Suchbegriff über die Zeit entwickelt. Die Kurve zeigt Werte von 0 bis 100 im Verhältnis zu allen Suchen in der gewählten Region und Zeit, keine Anzahl von Suchen. Ein Wert von 50 heißt also nicht 50 Suchen. Für die Frage, ob ein Thema gerade saisonal einbricht oder dauerhaft nachlässt, reicht das trotzdem, weil du nur die Form der Kurve brauchst. Begriffe mit niedrigem Suchvolumen erscheinen laut Google als 0. Dann vergleichst du einen allgemeineren Begriff.

Suchen deine Kunden mit anderen Worten?

Begriffe wandern. Aus „Homepage erstellen lassen“ wird „Website“, aus „Solaranlage“ wird „PV-Anlage“, aus einer Produktbezeichnung wird der Name eines neuen Nachfolgers. Google empfiehlt, die häufigen Suchanfragen in deiner Region mit denen zu vergleichen, die dir tatsächlich Besucher bringen. Fehlen wichtige Anfragen, prüfst du, ob du dazu überhaupt eine passende Seite hast und ob Google sie kennt. Manchmal hat eine Seite auch nicht verloren, weil sie schlechter geworden ist, sondern weil sie die Frage hinter der Suche nicht mehr beantwortet. Wer nach Kosten sucht, findet in einem Imagetext keine Antwort.

Sieht die Ergebnisseite anders aus?

Hier hilft ein kurzer Gegencheck, der nur wenige Minuten dauert: Such dein wichtigstes Angebot einmal selbst, so wie ein Kunde es eintippen würde, und sieh dir die ganze Ergebnisseite an, nicht nur deinen Platz. Steht oben eine Übersicht mit KI? Gibt es neue Kästen mit Vergleichsportalen oder Anbietern? Sind andere Betriebe mit Bewertungen und Bildern auffälliger als dein Eintrag? Eine einzelne Suche beweist nichts, denn Google passt Ergebnisse an Ort, Gerät und Suchverlauf an. Sie zeigt dir aber, gegen was dein Ergebnis gerade um Aufmerksamkeit konkurriert.

Auch KI-Antworten stecken in deinen Zahlen. Google zählt Auftritte in Übersichten mit KI und im KI-Modus im normalen Leistungsbericht unter „Web“ mit, so steht es in Googles Dokumentation zu KI-Funktionen und deiner Website. Zusätzlich gibt es seit dem 31. August 2026 für alle Websites einen eigenen Leistungsbericht zu generativen KI-Funktionen. Er zeigt allerdings nur Impressionen, also wie oft Links zu deiner Website in einer KI-Funktion gezeigt wurden, keine Klicks und keine Suchanfragen. Websites mit zu wenigen solchen Impressionen sehen ihn gar nicht. Fehlt er bei dir, spielen KI-Funktionen für deine Website bisher eine kleine Rolle, und du kannst diesen Prüfpfad hinten anstellen.

Bleiben die Impressionen einer Informationsfrage stabil, sinken die Klicks und steht auf der Ergebnisseite oben eine KI-Übersicht, ist das ein Hinweis auf diesen Zusammenhang, aber kein Beweis. Ein neues Ergebnis eines Mitbewerbers oder ein schwächerer Titel erzeugen genau dasselbe Muster. Nicht jeder Klickverlust ist deshalb eine Folge von KI-Antworten. Wenn du wissen willst, wie du selbst als Quelle in KI-Antworten auftauchen kannst, steht das in einem eigenen Beitrag.

Außerdem zeigt Google im Europäischen Wirtschaftsraum bei bestimmten Suchen eigene Bereiche für Vergleichsportale und Direktanbieter. Laut Googles Dokumentation zu regionalen Unterschieden in der Suche gilt das seit September 2026 auch für Suchen nach lokalen Unternehmen. Für Deutschland und Österreich ist das relevant, für die Schweiz nicht, weil sie nicht zum Wirtschaftsraum gehört. Ob diese Bereiche Klicks auf normale Ergebnisse verändern, sagt Google nicht. Für dich zählt nur eins: Siehst du solche Kästen bei der Suche nach deinem Angebot über deinem Eintrag, gehört das als Datum in deine Chronik.

Und das Google Update?

Google veröffentlicht bestätigte Rankingupdates mit Beginn und Dauer in der Übersicht im Search Status Dashboard. Das ist eine öffentliche Statusseite, auf der zum Beispiel steht, dass das März 2026 Core Update, eine größere Änderung an Googles Rankingsystemen, am 27. März begann. Fällt dein Rückgang in so einen Zeitraum, lohnt die Prüfung. Bewiesen ist damit noch nichts. Das Update ist die bequemste Erklärung, weil niemand im Betrieb etwas falsch gemacht haben muss. Genau deshalb liegt sie auch dann nahe, wenn die eigentliche Ursache ein gelöschter Menüpunkt ist.

Google unterscheidet im Leitfaden zwei Fälle. Rutscht eine Seite nur leicht ab, etwa von Platz 2 auf 4, rät Google ausdrücklich von radikalen Umbauten ab. Verliert die Website dagegen breit und deutlich über viele Suchbegriffe, solltest du die Inhalte insgesamt auf ihren Nutzen für Leser prüfen. Auch dann gilt: Wirkungen zeigen sich laut Google nach Tagen bis Monaten, und eine Erholung ist nicht garantiert.

Zwei Websites verlieren 30 Prozent. Nur eine hat ein dringendes Problem.

Wie wenig die Prozentzahl über die Dringlichkeit sagt, zeigen zwei ausgedachte Fälle. Beide Betriebe sehen im Monatsvergleich 30 Prozent weniger Klicks aus der Google Suche. Die Zahlen sind erfunden, um das Prinzip zu zeigen, sie stammen nicht aus Kundenprojekten.

Kennzahl Malerbetrieb Fensterbauer
Klicks vorher, pro Monat 1.200 400
Klicks danach, pro Monat 840 280
Rückgang 360 Klicks, 30 Prozent 120 Klicks, 30 Prozent
Wo der Rückgang sitzt 330 davon auf einem Ratgeber zum Tapetenentfernen 95 davon auf der Leistungsseite zum Fenstertausch
Passende Anfragen vorher 14 10
Passende Anfragen danach 13 5
Ausgedachtes Beispiel, keine Kundenprojekte

Beim Malerbetrieb fehlen die meisten Klicks auf einem Ratgeber, den vor allem Menschen lesen, die ihre Tapete selbst entfernen wollen. Die Anfragen bleiben praktisch gleich. Ein Rückgang von 14 auf 13 Anfragen liegt bei so kleinen Zahlen im normalen Rauschen. Hier ist die vernünftige Entscheidung: beobachten, die Seite und ihre Suchanfragen in die Chronik eintragen, nach vier Wochen erneut ansehen.

Beim Fensterbauer sitzt der Verlust auf der Seite, über die Aufträge kommen, und die Anfragen haben sich halbiert. Hier wartet niemand vier Wochen. Die Leistungsseite geht sofort in die URL-Prüfung, die Suchanfragen der Seite werden verglichen, die Chronik wird nach Änderungen an genau dieser Seite durchsucht. Wenn dort nichts zu finden ist, ist das der Fall für eine technische und inhaltliche Prüfung.

Der erste Fall ist trotzdem nicht automatisch harmlos. Ein Ratgeber kann eine Aufgabe haben, die in den Anfragen nicht sofort sichtbar wird: Leute lernen den Namen des Betriebs kennen und suchen ihn Monate später, wenn das Wohnzimmer doch ein Profi streichen soll. Das Urteil kippt deshalb, sobald eines von zwei Dingen passiert. Entweder gehen in den folgenden Monaten die Suchen nach dem Firmennamen zurück. Oder die Anfragen sinken zeitversetzt doch. Dann war der Ratgeber mehr als Beiwerk, und sein Verlust wird zu einer eigenen Untersuchung.

Beide Fälle zeigen denselben Zielkonflikt. Schnelles Handeln ist richtig, wenn eine Seite mit Anfragen betroffen ist, weil jede Woche Kunden kostet. Bei allen anderen Seiten ist ein belastbarer Befund wichtiger, weil eine Änderung auf Verdacht neue Fehler erzeugen kann. Den Preis zahlt man in beiden Richtungen: Wer zu lange wartet, verliert Anfragen, wer zu früh umbaut, verliert Geld und manchmal auch Rankings, die noch intakt waren.

Die Änderungschronik: damit aus zeitlicher Nähe keine Ursache wird

Eine typische Fehldiagnose entsteht aus einem Datum. Der Rückgang beginnt am Dienstag, am Montag kam ein Update, also war es das Update. Oder das neue Theme. Oder die neue Agentur. Gegen diesen Kurzschluss hilft eine einfache Tabelle, in der du festhältst, was sich wann geändert hat. Getrennt davon steht, was du beobachtet hast und was du schon weißt.

Datum Änderung an Website oder Messung Betroffene Seiten Beobachteter Beginn des Rückgangs Vorhandene Belege Offene Fragen
3. März Plugin für Formulare aktualisiert alle Seiten mit Formular keiner sichtbar Änderungsprotokoll des Plugins keine
14. März Einwilligungsbanner neu eingestellt ganze Website 15. März, nur in Analytics Search-Console-Klicks unverändert Seit wann zählt Analytics weniger Zustimmungen?
2. April Leistungsseite Fenstertausch neu getextet, Adresse geändert eine Leistungsseite etwa 10. April, Search Console alte Adresse leitet weiter Leitet sie direkt weiter oder über die Startseite?
Ausgefülltes Beispiel, Daten ausgedacht

Die Chronik beweist keinen Zusammenhang. Sie zeigt, welche Zusammenhänge überhaupt möglich sind und welche ausscheiden. In der Beispieltabelle scheidet das Formular-Plugin aus, weil danach nichts passiert ist. Das Einwilligungsbanner erklärt den Rückgang in Analytics, aber nicht in der Suche. Und bei der Leistungsseite steht die offene Frage schon da, die eine technische Prüfung als Erstes beantworten muss.

Leg die Chronik am besten an, bevor es einen Rückgang gibt, und trag jede Änderung ein, auch kleine. Führen sollte sie, wer Änderungen an der Website macht. Arbeitest du mit einer Agentur, bitte sie, die Tabelle mitzuführen. Wer mit Hosting, Webdesign oder einer SEO-Betreuung zusammenarbeitet, spart sich damit die erste Stunde jeder Untersuchung, in der sonst alle versuchen, sich zu erinnern, wer wann was umgestellt hat.

Beheben, untersuchen oder beobachten: welcher Befund welche Maßnahme trägt

Am Ende der Prüfung steht eines von drei Ergebnissen. Jedes rechtfertigt eine andere Maßnahme, und jedes hat einen Grund, warum die anderen beiden nicht passen.

Ergebnis Was es rechtfertigt Was danach kommt
Belegter Fehler Gezielt beheben, was der Befund zeigt: eine Sperre aufheben, eine Weiterleitung reparieren, eine Seite zurück ins Menü holen. Nicht mehr. Die betroffenen Adressen in der URL-Prüfung erneut ansehen und die Klicks dieser Seiten in den folgenden Wochen beobachten.
Plausible, noch ungeklärte Ursache Weitere Daten sammeln oder eine begrenzte Untersuchung beauftragen, mit einer klaren Frage und den Unterlagen aus der Chronik. Die Antwort auf genau diese Frage. Erst danach eine Maßnahme.
Kein erkennbarer Handlungsbedarf Beobachten. Saison, kleine Zahlen, ein Ratgeber ohne Einfluss auf Anfragen. Einen festen Prüftermin in vier Wochen setzen und dann dieselben Seiten und Anfragen vergleichen.
Vom Befund zur Maßnahme

Was in keiner Zeile steht: Texte auf Verdacht verlängern, ganze Seiten neu schreiben, die Agentur wechseln oder in Anzeigen ausweichen. Das kann alles irgendwann richtig sein. Aber erst, wenn der Befund eine inhaltliche Ursache zeigt, etwa eine Seite, die eine geänderte Suchfrage nicht mehr beantwortet. Vorher änderst du die Website und weißt hinterher weniger als vorher, weil jetzt zwei Dinge gleichzeitig passiert sind.

Bei einem belegten Indexierungsfehler, den du nicht selbst beheben kannst, ist der jemand mit Zugang zu Website und Search Console der richtige Ansprechpartner, sei es dein Webdesign oder eine SEO-Betreuung. Wichtig ist nur, dass die Prüfung beim Befund anfängt.

Die Prozentzahl ist der Anfang, nicht das Ergebnis

Weniger Besucher über Google sind zunächst eine Frage, keine Antwort. Ob sie ein Problem sind, entscheidet sich an zwei Punkten, die in keinem Diagramm der Search Console stehen: auf welchen Seiten die Besucher fehlen und ob deine Anfragen mitfallen. Wer diese beiden Punkte geklärt hat, kann in den meisten Fällen selbst entscheiden, was als Nächstes passiert.

Wenn deine Chronik einen technischen Verdacht zeigt oder Anfragen über eine Leistungsseite einbrechen und du die Ursache nicht findest, prüfen wir den Befund mit dir. Bring die Chronik mit, dann fangen wir bei den Daten an und nicht bei Vermutungen. Ein Ranking oder eine Erholung in einer bestimmten Zeit kann dir dabei niemand seriös versprechen. Zusagen können wir eine Prüfung, die dir sagt, was die Daten tragen und was nicht. Für einen belegten Indexierungsfehler gibt es den WordPress-Indexierungscheck für 179 Euro zzgl. USt., für eine vollständige Prüfung mit Reihenfolge der Maßnahmen den vollen Audit mit Fahrplan auf der Seite zur SEO-Betreuung für 1.490 Euro zzgl. USt.

Häufige Fragen zu Rückgängen bei Google

Wie lange sollte ich einen Rückgang beobachten, bevor ich etwas ändere?

Ohne konkreten Befund mindestens vier ganze Wochen, bevor du an Texten oder Struktur etwas änderst. Verliert dagegen eine Leistungsseite Klicks und gleichzeitig gehen Anfragen zurück, prüfst du sofort, ob die Seite erreichbar und im Index ist. Google selbst rät, nach Änderungen einige Wochen zu warten, bevor man ihre Wirkung beurteilt. Bei einem saisonalen Geschäft zählt der Vorjahresvergleich mehr als jede feste Frist.

Warum zeigen Search Console und Google Analytics unterschiedliche Zahlen?

Weil sie Verschiedenes messen. Search Console zählt Klicks in der Google Suche, Analytics zählt Sitzungen auf deiner Website, und zwar nur so vollständig, wie Messskript und Einwilligung der Besucher es zulassen. Dazu kommen andere Zeitzonen, die Search Console rechnet in Pacific Time, ihr Tag endet also meist neun Stunden später als in Deutschland, und andere Regeln für Bots und für die Frage, welche Adresse einer Seite als Original zählt. Google schreibt selbst, dass die Summen nicht übereinstimmen, die Richtung aber ähnlich sein sollte. Laufen die Kurven auseinander, ist genau das die Spur, der du folgst.

Kann ich erkennen, ob ein Google Update schuld ist?

Nur indirekt, über den Abgleich mit bestätigten Updates und den Ausschluss anderer Ursachen. Google veröffentlicht bestätigte Rankingupdates mit Beginn und Dauer im Search Status Dashboard. Fällt dein Rückgang genau in diesen Zeitraum, betrifft er viele Suchanfragen gleichzeitig und findest du keine technische Ursache und keine eigene Änderung, ist ein Update eine plausible Erklärung. Bewiesen ist es damit nicht, denn Google ändert seine Systeme auch ohne Ankündigung.

Was bedeutet es, wenn nur einzelne Seiten Besucher verlieren?

Dann liegt die Ursache eher bei diesen Seiten als bei der ganzen Website. Gib die Adressen in die URL-Prüfung der Search Console ein und sieh nach, ob sie indexiert sind und ob Google die richtige Fassung kennt. Danach vergleichst du die Suchanfragen der Seite: Hat sie die wichtigen Anfragen verloren oder nur Randbegriffe? Wurde sie kürzlich geändert, umbenannt oder aus dem Menü genommen, gehört das in die Änderungschronik.

Welche Unterlagen braucht ein SEO-Dienstleister, um einen Rückgang zu untersuchen?

Zugang zur Search Console mit mindestens Lesezugriff, falls vorhanden Zugang zu Analytics, die ausgefüllte Änderungschronik und deine eigenen Zahlen zu Anfragen, getrennt nach Monat. Hilfreich sind außerdem die Namen der Seiten, mit denen du Geld verdienst, und die Kontaktdaten von Hosting und Webdesign. Mit diesen Unterlagen kann die Prüfung beim Befund anfangen statt bei der Zugangsfrage.

Quellen und weiterführende Informationen

Über die Autorin

Anna Cremer

Anna Cremer ist Gründerin und Inhaberin von CremerMedia in Lennestadt im Sauerland. Sie ist seit 2006 selbstständig in der Medienbranche und seit 2012 im Online-Marketing tätig. Sie arbeitet als Strategin, Produzentin und Dozentin in der Medien- und Marketingarbeit, unter anderem bei SEO, Websites und Social Media.

Sie bildet unter anderem SEO Manager und Social Media Manager aus und schult Marketingteams. Anna Cremer ist IHK-zertifizierte Fachkraft für Webdesign einschließlich WordPress und SEO und IHK-zertifizierte Social Media Managerin.

Stand der Google-Dokumentation in diesem Beitrag: 25. Oktober 2026

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