Welche drei Zahlen gehören ins Monatsraster?
Eine Zahl je Ebene. Die Ebenen bauen aufeinander auf, sagen aber jeweils etwas anderes aus. Wer sie vermischt, hält ein Interesse schnell für einen Auftrag.
| Ebene | Zahl | Was sie zeigt, und was nicht |
|---|---|---|
| Sichtbarkeit | Erreichte Konten | Wie viele verschiedene Konten deine Inhalte gesehen haben. Ob jemand davon etwas kaufen will, zeigt sie nicht. |
| Reaktion | Interaktionen oder Linkklicks | Dass ein Inhalt jemanden zum Handeln gebracht hat. Ein Klick auf den Profillink zeigt Interesse am nächsten Schritt, noch keinen Auftrag. |
| Geschäftsergebnis | Passende Anfragen oder Buchungen | Ob aus Social Media Arbeit für deinen Betrieb entsteht. Diese Zahl zeigt dir keine App, du zählst sie selbst. |
Erreichte Konten und Interaktionen findest du in den Statistiken professioneller Instagram und Facebook Konten. Für den Anfang genügen diese Bordmittel. Die dritte Zahl entsteht in deinem Postfach, am Telefon und im Gespräch. Genau deshalb fehlt sie in vielen Auswertungen, obwohl sie die einzige ist, die etwas über den Nutzen fürs Geschäft sagt.
Was zählt als passende Anfrage?
Leg das fest, bevor du den ersten Monat einträgst. Sonst zählen ein konkreter Projektwunsch, eine Werbenachricht und eine unverbindliche Preisfrage gleich viel. Eine brauchbare Definition für viele Betriebe lautet: Eine Anfrage ist passend, wenn sie eine Leistung betrifft, die du anbietest, aus deinem Einzugsgebiet kommt und konkret genug ist, um ein Angebot zu schreiben oder einen Termin zu vergeben.
- Zählt: ein beschriebenes Vorhaben, eine Terminanfrage, eine Bitte um Rückruf mit Anliegen.
- Zählt nicht: Werbung, Kooperationsangebote ohne Bezug zu deinem Angebot, Nachrichten von Bestandskunden zu laufenden Aufträgen.
- Getrennt notieren: reine Preisfragen ohne Angaben zum Vorhaben und Bewerbungen. Ob daraus etwas wird, siehst du später.
Anrufe und Nachrichten erfasst du am einfachsten dort, wo sie ankommen: eine Strichliste neben dem Telefon, eine Spalte im Kalender oder ein Kürzel im Betreff der Mail. Frag bei jeder neuen Anfrage, wie die Person auf dich aufmerksam geworden ist, und notiere die Antwort. Als Social Media Anfrage zählst du nur, was über den Kanal kam oder wofür die Person den Kanal selbst nennt.
Wie berechnest du die Interaktionsrate, und womit darfst du sie vergleichen?
Für das Monatsraster gilt: Interaktionen geteilt durch erreichte Konten mal 100. Bei 168 Interaktionen und 4.200 erreichten Konten sind das 4,0 Prozent. Leg einmal fest, welche Interaktionen du zählst, etwa Likes, Kommentare, Speichern und Teilen, und ob Stories dazugehören. Werte immer den Kalendermonat aus. Nur so bleiben die Monate untereinander vergleichbar.
Mit veröffentlichten Branchenwerten darfst du diese Rate nicht ohne Weiteres vergleichen. Viele Benchmarks rechnen anders. Rival IQ zum Beispiel teilt die Interaktionen durch die Zahl der Follower, nicht durch die erreichten Konten. Ein Wert aus deinem Raster und ein solcher Branchenwert messen damit zwei verschiedene Dinge. Deshalb verzichtet das Raster bewusst auf einen Branchenvergleich.
Noch ein Punkt, der bei der Deutung wichtig wird: Laut Metas Dokumentation der Instagram Statistiken ist die Reichweite ein Schätzwert und enthält auch Konten, die deine Inhalte in Anzeigen gesehen haben. Interaktionen auf beworbenen Beiträgen zählen bei den Interaktionen ebenfalls mit.
Das Monatsraster als Vorlage
Die Vorlage hat eine Zeile pro Monat und diese Spalten: erreichte Konten, Interaktionen, die automatisch berechnete Interaktionsrate, Linkklicks, passende Anfragen, davon über Anzeigen, die Summe der passenden Anfragen aus den letzten drei Monaten, Anzeigen im Monat, eine Notiz zu dem, was anders war, und die Entscheidung für den nächsten Monat. Darunter stehen die Zählregeln aus diesem Beitrag, damit sie beim Ausfüllen nicht verloren gehen.
Monatsraster als Excel Vorlage herunterladen (XLSX, 4 KB, ohne Makros)
Wer lieber auf Papier arbeitet, übernimmt die Spalten in ein Heft. Wichtiger als das Werkzeug ist, dass dieselben Zahlen jeden Monat an derselben Stelle landen.
Wie liest du das Raster, ohne zu viel hineinzulesen?
Die folgende Modellrechnung ist ausgedacht und stammt nicht aus Kundendaten. Sie zeigt einen Fall, der in der Praxis Fragen aufwirft: Die Reichweite sinkt, die passenden Anfragen steigen.
| Monat | Erreichte Konten | Interaktionen | Passende Anfragen | Notiz |
|---|---|---|---|---|
| März | 4.200 | 168 (4,0 %) | 3 | Zwei Vorher Nachher Beiträge, ein Reel |
| April | 6.900 | 310 (4,5 %) | 2 | Reel mit Trendmusik, viele Reaktionen von außerhalb des Einzugsgebiets |
| Mai | 3.100 | 112 (3,6 %) | 5 | Vier Beiträge zur Badsanierung mit Preisrahmen, zwei Feiertage |
Der April sieht auf den ersten Blick am besten aus: höchste Reichweite, höchste Rate. Für das Geschäft war er der schwächste Monat. Der Mai hat die wenigsten erreichten Konten und die meisten passenden Anfragen. Die Notiz liefert eine mögliche Erklärung: Beiträge mit Preisrahmen sprechen Menschen an, die tatsächlich etwas planen.
Bewiesen ist diese Erklärung nicht. Mehr Anfragen können auch durch die Jahreszeit, eine Anzeige, eine Empfehlung oder ein verändertes Angebot entstehen. Und der Vormonat ist kein Labor: Ferien, Feiertage, Nachfrage und deine eigene Auslastung unterscheiden sich von Monat zu Monat. Eine Notiz dokumentiert, was du vermutest. Prüfen kannst du die Vermutung, indem du die fünf Anfragenden fragst, wie sie auf dich gekommen sind, und das Thema im nächsten Monat wiederholst. Hält das Muster, wird aus der Vermutung ein belastbarer Hinweis.
Was tust du bei nur zwei oder drei Anfragen im Monat?
Bei kleinen Zahlen ist jeder Einzelfall eine große Schwankung. Von drei auf zwei Anfragen sind ein Drittel weniger, obwohl nur eine Person nicht geschrieben hat. Bewerte deshalb nicht den einzelnen Monat, sondern die Summe der letzten drei Monate. In der Modellrechnung sind das zehn passende Anfragen von März bis Mai. Diese Summe vergleichst du mit den drei Monaten davor. Die Vorlage rechnet sie automatisch aus.
Bei wenigen Anfragen lohnt außerdem der Blick auf jede einzelne: Über welchen Beitrag kam sie, zu welcher Leistung, aus welchem Ort? Drei gut dokumentierte Anfragen sagen oft mehr als eine Prozentzahl.
Wie trennst du bezahlte und organische Ergebnisse?
Weil Reichweite und Interaktionen Anzeigen mit einschließen, kann ein Monat mit Werbebudget nicht direkt neben einem Monat ohne Werbung stehen. Drei einfache Regeln helfen:
- Trag in die Spalte „Anzeigen im Monat“ ein, ob und mit welchem Budget geworben wurde.
- Zähle Anfragen, die nachweislich über eine Anzeige kamen, zusätzlich in der Spalte „Davon über Anzeigen“, zum Beispiel über ein Formular der Anzeige oder die Antwort der Person.
- Die Auswertung der Anzeige selbst machst du im Werbeanzeigenmanager. Ins Monatsraster gehört nur ihr Beitrag zu den passenden Anfragen.
Wann beobachtest du weiter, und wann änderst du etwas?
Die wichtigste Entscheidung im Monat ist oft, bewusst nichts zu ändern. Die folgende Tabelle ist unsere Empfehlung für die Abwägung, keine feste Regel.
| Situation | Empfehlung | Warum |
|---|---|---|
| Ein einzelner Monat weicht stark ab | Weiter beobachten | Ein Ausreißer kann Zufall, Saison oder ein einzelner Beitrag sein. |
| Die Notiz nennt besondere Umstände, etwa Ferien oder Urlaub im Betrieb | Weiter beobachten | Der Monat ist mit dem Vormonat kaum vergleichbar. |
| Die Summe der passenden Anfragen sinkt über zwei Dreimonatszeiträume | Eine Sache ändern | Das Muster hält länger als ein Monat. |
| Mehr Reichweite, aber weniger passende Anfragen | Themen und Ansprache prüfen | Die Inhalte erreichen vielleicht die falschen Menschen. |
| Anfragen kommen zu Leistungen, die du nicht anbieten willst | Inhalte gezielt umstellen | Auch das ist ein Ergebnis, nur ein unerwünschtes. |
Ändere immer nur eine Sache auf einmal. Wer in einem Monat Format, Häufigkeit und Themen zugleich umstellt, kann hinterher nicht sagen, was den Unterschied gemacht hat.
Der Ablauf am ersten Werktag des Monats
- Eintragen: erreichte Konten, Interaktionen und Linkklicks für den abgelaufenen Kalendermonat aus den Statistiken, dazu die passenden Anfragen aus deiner Strichliste.
- Notieren: was in diesem Monat anders war, in Stichworten. Formate, Themen, Anzeigen, Feiertage, Auslastung.
- Hinschauen: eine Frage beantworten. Wo weichen die Zahlen ab, und was könnte dahinterstecken?
- Entscheiden: eine Änderung für den nächsten Monat festlegen oder bewusst „weiter beobachten“ eintragen.
Ein fester Termin im Kalender macht aus der Auswertung eine Gewohnheit. Nach einem halben Jahr hast du sechs dokumentierte Entscheidungen und kannst nachlesen, welche Themen passende Anfragen gebracht haben und welche nur Reaktionen.
Wer gerade erst mit Social Media startet, findet einen Ablauf für die ersten drei Monate, vom Kontaktweg bis zur ersten Auswertung, im Beitrag Social Media in Lennestadt starten.
Wenn du die Auswertung nicht allein machen willst
Mit dem Raster und der Vorlage kannst du sofort selbst anfangen. Wenn du dabei Unterstützung willst, gibt es bei CremerMedia zwei passende Wege:
- Selbst auswerten lernen: In der Social Media Schulung im Format Einstieg gehen wir 90 Minuten per Zoom ein Thema an deinem eigenen Kanal durch, zum Beispiel deine Auswertung. Preis 490 Euro zzgl. USt.
- Auswertung abgeben: Im Social Media Management enthält schon das Paket Klein für 990 Euro im Monat zzgl. USt. jeden Monat eine kurze Auswertung, was Anfragen gebracht hat und was nicht. Die Kündigungsfrist beträgt drei Monate.
Mehr Anfragen kann dir dabei niemand garantieren. Was wir zusagen können: Deine Zahlen werden ehrlich gelesen, auch dann, wenn sie gegen das sprechen, was gerade gut aussieht.
Wertet bereits eine Agentur für dich aus, hilft dir der Beitrag Social Media Reporting prüfen, deren Bericht mit einer Prüfliste einzuschätzen.
Häufige Fragen zur Social Media Auswertung
Welche Zahlen sollte ich jeden Monat aufschreiben?
Eine Zahl je Ebene: erreichte Konten für die Sichtbarkeit, Interaktionen oder Linkklicks für die Reaktion und passende Anfragen oder Buchungen für das Geschäftsergebnis. Dazu eine kurze Notiz, was im Monat anders war. Die dritte Zahl zeigt dir keine App, du zählst sie selbst.
Wie berechne ich die Interaktionsrate?
Teile die Interaktionen durch die erreichten Konten und multipliziere mit 100. Bei 168 Interaktionen und 4.200 erreichten Konten sind das 4,0 Prozent. Leg einmal fest, welche Interaktionen du zählst und ob Stories dazugehören, und werte immer den Kalendermonat aus.
Ist eine Interaktionsrate von einem Prozent gut?
Das lässt sich nur mit Werten beantworten, die genauso berechnet wurden. Viele Branchenwerte teilen durch die Zahl der Follower, etwa der Benchmark von Rival IQ, und sind deshalb nicht mit einer Rate auf Basis der Reichweite vergleichbar. Vergleiche deine Rate mit deinen eigenen Vormonaten und achte vor allem darauf, ob passende Anfragen entstehen.
Sind Klicks auf den Link im Profil schon ein Erfolg?
Sie zeigen Interesse am nächsten Schritt. Ein Auftrag ist damit noch nicht entstanden. Trag Linkklicks deshalb als Reaktion ein und zähle passende Anfragen oder Buchungen getrennt als Geschäftsergebnis.
Wie erfasse ich Anrufe und Nachrichten aus Social Media?
Dort, wo sie ankommen: mit einer Strichliste neben dem Telefon, einer Spalte im Kalender oder einem Kürzel im Betreff. Frag bei jeder neuen Anfrage, wie die Person auf dich aufmerksam geworden ist. Als Social Media Anfrage zählt nur, was über den Kanal kam oder wofür die Person den Kanal selbst nennt.
Was mache ich, wenn ich nur zwei oder drei Anfragen im Monat bekomme?
Bewerte nicht den einzelnen Monat, sondern die Summe der letzten drei Monate, und vergleiche sie mit den drei Monaten davor. Schau dir außerdem jede Anfrage einzeln an: Über welchen Beitrag kam sie, zu welcher Leistung, aus welchem Ort?
Zählen Anzeigen in die Reichweite mit?
Ja. Laut Metas Dokumentation der Instagram Statistiken enthält die Reichweite auch Konten, die Inhalte in Anzeigen gesehen haben, und Interaktionen auf beworbenen Beiträgen zählen mit. Vermerke deshalb im Raster, in welchem Monat du mit welchem Budget geworben hast, und zähle Anfragen über Anzeigen zusätzlich getrennt.
Beweist die Notiz, warum eine Zahl gestiegen ist?
Nein. Sie hält fest, was du vermutest. Mehr Anfragen können auch durch Saison, Werbung, Empfehlungen oder ein verändertes Angebot entstehen. Prüfen lässt sich die Vermutung, indem du Anfragende nach ihrem Weg fragst und das Thema im nächsten Monat wiederholst.
Quellen und weiterführende Informationen
- Rival IQ: What is a Good Engagement Rate on Instagram?, abgerufen am 10. Oktober 2026
- Meta for Developers: Instagram User Insights, abgerufen am 10. Oktober 2026
Über die Autorin
Anna Cremer
Anna Cremer ist Gründerin und Inhaberin von CremerMedia in Lennestadt im Sauerland. Sie ist seit 2006 selbstständig in der Medienbranche und seit 2012 im Online-Marketing tätig. Sie begleitet Unternehmen bei Social Media, SEO, Websites und lokaler Sichtbarkeit.
Sie bildet unter anderem Social Media Manager und SEO Manager aus und schult Marketingteams. Anna Cremer ist IHK-zertifizierte Social Media Managerin und IHK-zertifizierte Fachkraft für Webdesign einschließlich WordPress und SEO.