ROAS steht für Return on Advertising Spend und gibt an, wie viel Conversion-Wert jeder ausgegebene Werbeeuro einbringt. Gerechnet wird Conversion-Wert geteilt durch Werbeausgaben, meist als Prozentwert. Google Ads rechnet so: 5 Euro Umsatz geteilt durch 1 Euro Werbeausgaben mal 100 Prozent ergibt einen ROAS von 500 Prozent.
Wo begegnet der Begriff Unternehmen?
Vor allem in Google Ads, als Kennzahl und als Gebotsstrategie Ziel-ROAS. Google beschreibt den Ziel-ROAS als den durchschnittlichen Conversion-Wert, der für jeden Euro Werbeausgaben erreicht werden soll. Die Gebote werden dann so gesetzt, dass der Conversion-Wert möglichst hoch ausfällt und der angestrebte ROAS erreicht wird. Im Bericht lässt sich der Wert über die Spalte „Conv.-Wert/Kosten“ ablesen, mal 100 gerechnet.
Wie funktioniert der Ziel-ROAS?
Die Strategie braucht Werte. Google verlangt, dass vorher Conversion-Werte eingerichtet sind, also jeder Conversion ein Betrag zugeordnet ist. Dazu kommen Mindestmengen je Kampagnentyp, für Such- und Shopping-Kampagnen etwa mindestens 15 Conversions in den letzten 30 Tagen. Ohne diese Daten fehlt der Grundlage, auf der die Gebote berechnet werden.
Abgrenzung zu ROI
ROI, Return on Investment, setzt den Gewinn ins Verhältnis zu allen Kosten. Google Ads gibt die Formel als Umsatz minus Kosten geteilt durch Kosten an und rechnet ein Beispiel: Ein Produkt kostet 100 Euro in der Herstellung und wird für 200 Euro verkauft. Sechs Verkäufe über Anzeigen bringen 1.200 Euro Umsatz bei 800 Euro Gesamtkosten, davon 600 Euro Herstellung und 200 Euro Werbung. Der ROI beträgt 50 Prozent. Derselbe Fall ergibt nach eigener Rechnung einen ROAS von 600 Prozent, weil der ROAS nur die Werbeausgaben berücksichtigt. Der ROAS sagt also, wie effizient Werbung Umsatz erzeugt, der ROI, ob am Ende etwas übrig bleibt.
Beispiel
Ein ausgedachtes Beispiel: Ein Onlineshop gibt im Monat 400 Euro für Anzeigen aus und erzielt darüber Bestellungen im Wert von 1.600 Euro. Der ROAS liegt bei 400 Prozent. Bleiben dem Shop von jedem Umsatzeuro nach Wareneinsatz 25 Cent, sind das 400 Euro Rohertrag. Davon gehen die 400 Euro Werbung ab. Trotz eines ROAS von 400 Prozent bleibt nichts übrig.
Häufige Fehlinterpretation
„Ein ROAS über 100 Prozent heißt Gewinn.“ Über 100 Prozent bedeutet nur, dass mehr Umsatz als Werbeausgaben entsteht. Ob das reicht, hängt von der Marge ab. Bei 25 Prozent Marge liegt die Grenze rechnerisch bei 400 Prozent, bei 50 Prozent Marge bei 200 Prozent. Außerdem ist der ROAS nur so belastbar wie die hinterlegten Conversion-Werte. Wer Anfragen mit einem geschätzten Pauschalwert versieht, erhält einen geschätzten ROAS.
Praktische Konsequenz
Ein Ziel-ROAS ergibt erst Sinn, wenn bekannt ist, ab welchem Wert sich Werbung trägt. Diese Grenze folgt aus der Marge, nicht aus einem Branchenwert. Bei Leistungen ohne Onlinekauf hängt der ROAS daran, wie realistisch der Wert einer Anfrage angesetzt ist.
Verwandte Begriffe
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Quellen
Google Ads-Hilfe: Ziel-ROAS-Gebote und Return on Investment (ROI): Definition, abgerufen am 06.11.2026.