Pillar Content ist eine Rolle, kein Seitentyp
Pillar Content, auf Deutsch manchmal Säulen- oder Eckpfeiler-Inhalt, bezeichnet eine Seite, die einen Themenbereich im Überblick behandelt und auf vertiefende Seiten verweist. Diese vertiefenden Seiten heißen oft Cluster-Inhalte. Zusammen bilden sie einen Themenverbund.
Welche Art Seite diese Rolle übernimmt, ist offen. Es kann ein Ratgeberbeitrag sein, aber genauso eine Leistungsübersicht, die erklärt, was ein Betrieb in einem Bereich alles macht, und zu den einzelnen Leistungen führt. Eine feste Länge gibt es nicht, ebenso wenig eine Pflichtzahl an Unterseiten. Die Seite muss nicht jeden denkbaren Aspekt abdecken. Sie muss so vollständig sein, dass ein Leser sich orientieren und den nächsten Schritt finden kann.
Erst die Suchintention, dann die Gliederung
Bevor du Unterseiten planst, lohnt die Frage, ob zwei Begriffe wirklich zwei Aufgaben beschreiben. „Wärmepumpe Kosten“ und „Was kostet eine Wärmepumpe“ sind derselbe Leserauftrag in zwei Formulierungen. Sie gehören auf eine Seite. „Wärmepumpe im Altbau“ und „Ablauf eines Heizungstauschs“ sind dagegen verschiedene Fragen mit verschiedenen Unsicherheiten.
Eine einfache Prüfung: Würde jemand, der die eine Frage stellt, die Antwort auf die andere als Umweg empfinden? Dann sind es zwei Seiten. Würde er sie im selben Zug lesen wollen, gehören beide Antworten zusammen. Unterschiedliche Leserfragen können durchaus auf einer guten Seite beantwortet werden, wenn sie zur selben Entscheidung gehören.
Wie du herausfindest, welche Fragen auf deiner Website überhaupt fehlen, beschreibt der Beitrag zur Content-Gap-Analyse. Dieser Beitrag hier setzt einen Schritt später an: bei der Frage, wo die Antworten hingehören.
Beispiel: ein Heizungsbetrieb und seine Seiten
Das folgende Beispiel ist ausgedacht. Es zeigt die Aufteilung, keine Rankings oder Anfragezahlen.
Ein Heizungsbetrieb hat eine Seite „Heizung modernisieren“. Sie erklärt, welche Wege es gibt, für wen welcher Weg infrage kommt und wie die Zusammenarbeit abläuft. Drei Fragen tauchen in Gesprächen immer wieder auf und sind zu umfangreich, um sie auf der Hauptseite vollständig zu beantworten:
| Seite | Leserfrage | Grenze zur Hauptseite | Wo der Link sitzt |
|---|---|---|---|
| Heizung modernisieren (Hauptseite) | Welche Möglichkeiten habe ich, und wer hilft mir dabei? | ordnet und führt weiter, geht nicht in technische Details | im Menü und auf der Startseite |
| Wärmepumpe im Bestandsgebäude | Eignet sich mein Haus überhaupt? | prüft die technischen Voraussetzungen, nicht die Kosten | im Abschnitt der Hauptseite zu den Wegen, beim Stichwort Wärmepumpe |
| Ablauf eines Heizungstauschs | Was passiert wann, und wie lange bin ich ohne Heizung? | beschreibt den zeitlichen Ablauf, nicht die Auswahl | im Abschnitt zur Zusammenarbeit |
| Kostenbestandteile | Woraus setzt sich der Preis zusammen? | erklärt Kostenposten, nennt keine Pauschalpreise | im Abschnitt zu den Wegen und am Ende der Ablaufseite |
Jede Vertiefung verlinkt zurück auf die Hauptseite und, wo es passt, auf die anderen Vertiefungen. Fördermittel wären eine naheliegende vierte Vertiefung. Weil sich Förderbedingungen ändern, gehört eine solche Seite aber nur auf die Website, wenn jemand sie mit aktueller Recherche anlegt und regelmäßig nachprüft.
Wann der ganze Verbund warten sollte
Gerade für kleinere Betriebe ist die wichtigste Entscheidung oft die Gegenentscheidung: Wenn es nur wenige Fragen gibt, die Kunden wirklich stellen, ist eine gute Hauptseite mehr wert als ein großer Verbund aus dünnen Unterseiten. Eine Seite, die die drei wichtigsten Fragen ordentlich beantwortet, ist für den Leser hilfreicher als fünf Seiten, die jeweils nur einen Absatz Neues enthalten.
Neu bewerten solltest du das, wenn eine Frage auf der Hauptseite so viel Raum braucht, dass die Seite unübersichtlich wird, oder wenn eine Frage eine eigene Zielgruppe hat, die mit dem Rest der Seite wenig anfangen kann. Dann ist die eigene Seite die bessere Wahl.
Interne Links: Navigation und Verständnis
Interne Links verbinden Hauptseite und Vertiefungen. Sie helfen Lesern, die nächste Frage zu finden, und Suchmaschinen, die Seiten zu entdecken und einzuordnen. Google empfiehlt in seinen Hinweisen zu Links, Links als normale HTML-Links anzulegen, beschreibende und eher knappe Linktexte zu verwenden statt „hier klicken“ und jede wichtige Seite von mindestens einer anderen Seite aus zu verlinken. Eine ideale Zahl an Links nennt Google nicht.
Daraus folgt keine garantierte Platzierung. Ein Themenverbund macht Inhalte auffindbarer und verständlicher. Ob eine Seite gut rankt, hängt weiterhin davon ab, ob sie die Frage besser beantwortet als andere Seiten.
Pflege: aktualisieren, wenn sich etwas ändert
Eine Pillar-Seite muss nicht nach festem Kalender überarbeitet werden. Für einen automatischen Vorteil durch häufige Änderungen gibt es keinen offiziellen Beleg. Google nennt es in seinen Hinweisen zu hilfreichen Inhalten sogar ein Warnzeichen, das Datum einer Seite zu ändern, ohne den Inhalt wesentlich zu ändern. Überarbeiten solltest du die Seite, wenn sich Informationen ändern, etwa Preise, Abläufe oder rechtliche Vorgaben, wenn Kunden neue Fragen stellen oder wenn eine Vertiefung hinzukommt oder wegfällt. Dann gehören auch die Links angepasst.
Eine Frage, mit der du ins nächste Teamgespräch gehen kannst: Welche Seite unserer Website sollte ein neuer Kunde zuerst lesen, um zu verstehen, was wir in diesem Bereich tun, und führt sie ihn zu den Antworten auf seine nächsten Fragen? Brauchbar ist eine Antwort, die eine konkrete URL nennt.
Selbst planen oder Unterstützung holen
Die Aufteilung aus diesem Beitrag kannst du mit einer Liste der häufigsten Kundenfragen und deinen bestehenden Seiten selbst vornehmen. Unterstützung lohnt sich, wenn deine Website viele Seiten zu einem Bereich hat, die sich überschneiden, oder wenn du einen Themenverbund für SEO und KI-Suche planen und umsetzen lassen willst. Was CremerMedia dafür anbietet, steht auf der Seite zu SEO und GEO.
Häufige Fragen
Was ist Pillar Content?
Pillar Content ist eine Seite, die einen Themenbereich im Überblick behandelt und auf vertiefende Seiten verweist. Die Rolle kann ein Ratgeberbeitrag übernehmen, aber auch eine Leistungsübersicht. Entscheidend ist, dass Leser sich dort orientieren und zur passenden Vertiefung finden.
Wie lang muss eine Pillar-Seite sein?
Eine feste Länge gibt es nicht. Die Seite muss den Themenbereich so vollständig ordnen, dass Leser sich orientieren und weiterfinden. Länger wird sie nur, wenn zusätzliche Abschnitte eine echte Frage beantworten.
Wie viele Unterseiten braucht ein Themenverbund?
So viele, wie es eigenständige Leserfragen gibt, die auf der Hauptseite keinen ausreichenden Platz finden. Bei wenigen Kundenfragen kann das null sein: Dann ist eine gut ausgebaute Hauptseite die bessere Wahl als mehrere dünne Unterseiten.
Brauchen zwei ähnliche Suchbegriffe zwei Seiten?
Nur, wenn sie zwei verschiedene Leserfragen beschreiben. Formulierungen für dieselbe Frage gehören auf eine Seite. Eine einfache Prüfung ist, ob jemand die Antwort auf die eine Frage als Umweg empfinden würde, wenn er die andere gestellt hat.
Wie oft sollte ich Pillar Content aktualisieren?
Wenn sich etwas ändert: Informationen wie Preise oder Abläufe, die Fragen der Kunden oder die verlinkten Vertiefungen. Einen festen Rhythmus braucht es nicht. Nur das Datum zu ändern, ohne den Inhalt wesentlich zu ändern, nennt Google in seinen Hinweisen zu hilfreichen Inhalten ein Warnzeichen.
Über die Autorin
Anna Cremer
Gründerin und alleinige Inhaberin von CremerMedia in Lennestadt im Sauerland. Selbstständig in der Medienbranche seit 2006, im Online-Marketing seit 2012, CremerMedia gibt es seit 2016. Sie arbeitet in erster Linie als Freelancerin und wird von drei Personen unterstützt. Als Strategin, Produzentin und Dozentin betreut sie Kundschaft vom Handwerksbetrieb bis zum Marketingteam mit eigener Rechtsabteilung.
Als Dozentin bildet sie Social Media Manager und SEO Manager aus und schult Marketingteams. IHK-zertifizierte Social Media Managerin, IHK-zertifizierte Fachkraft für Webdesign einschließlich WordPress und SEO, Weiterbildungen bei Google, LinkedIn und Meta.