Eine Weiterleitung schickt Besucher und Suchmaschinen von einer aufgerufenen URL automatisch zu einer anderen. Am verlässlichsten geschieht das auf dem Server mit einem HTTP-Statuscode. Google unterscheidet dauerhafte und vorübergehende Weiterleitungen und behandelt beide unterschiedlich.
Wo begegnet der Begriff Unternehmen?
Überall dort, wo sich Adressen ändern: beim Relaunch, bei einer neuen URL-Struktur, beim Zusammenlegen zweier Beiträge, beim Wechsel der Domain oder von http auf https. Ohne Weiterleitung führen alte Links, Lesezeichen und Suchergebnisse dann ins Leere.
Wie funktioniert eine Weiterleitung?
Der Server antwortet auf die alte Adresse mit einem Statuscode und nennt das neue Ziel. Dauerhaft sind 301 und 308. Google nimmt sie als Signal, dass das Ziel die kanonische Adresse ist, und wertet das Ziel als bevorzugte Adresse. Vorübergehend sind 302, 303 und 307. Hier kann die alte Adresse in den Suchergebnissen bleiben. Neben der serverseitigen Weiterleitung gibt es den meta refresh im HTML: sofort ausgeführt wertet Google ihn als dauerhaft, verzögert als vorübergehend. Weiterleitungen per JavaScript empfiehlt Google nur, wenn beides nicht möglich ist. Die serverseitige Variante wird laut Google am ehesten richtig verstanden.
Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen
- Canonical: Beim Canonical bleibt die Seite für Besucher erreichbar, nur die Suche soll eine Hauptversion zeigen. Bei der Weiterleitung landet auch der Mensch auf der neuen Adresse.
- 404-Fehler: Gibt es für einen entfernten Inhalt keinen passenden Nachfolger, soll die alte Adresse laut Google 404 oder 410 liefern. Eine Weiterleitung ist nur sinnvoll, wenn das Ziel denselben Bedarf erfüllt.
Beispiel
Bei der Neuordnung des Blogs auf cremermedia.de am 06.11.2026 bekamen 97 Beitragsadressen je eine direkte 301-Weiterleitung auf ihre neue Adresse, etwa von /social-media-manager/community-management/ auf /socialmedia/community-management/. Jede alte URL zeigt unmittelbar auf ihr Ziel, ohne Zwischenstation. Google rät zu genau diesem direkten Weg und dazu, Ketten kurz zu halten, möglichst kurz, nach Googles Wortlaut „ideally no more than 3 and fewer than 5“; Googlebot folgt laut Google bis zu zehn Sprüngen.
Häufige Fehlinterpretation
„Im Zweifel leite ich alles auf die Startseite.“ Google rät davon ab, viele alte Adressen auf ein einziges, unpassendes Ziel wie die Startseite zu leiten. Das kann als Soft-404 gewertet werden, also wie eine fehlende Seite. Ebenso verbreitet ist die Annahme, Weiterleitungen könnten nach wenigen Wochen weg. Google empfiehlt, sie so lange wie möglich zu behalten, in der Regel mindestens ein Jahr.
Praktische Konsequenz
Vor einer Umstellung steht eine Zuordnung: welche alte Adresse auf welche neue zeigt und welche entfällt. Danach sollten interne Links und Sitemaps die neuen Adressen nennen, sodass die Weiterleitung nur noch für externe Links, alte Lesezeichen und Suchergebnisse arbeitet. Eine 301 setzt man, wenn sicher ist, dass die Änderung bleibt.
Verwandte Begriffe
- Was ein Canonical technisch bewirkt
- 404-Fehler im Glossar
- Informationsarchitektur im Glossar
- XML-Sitemap im Glossar
Weiterlesen
Wie Weiterleitungen in die Planung eines neuen Webauftritts gehören, beschreibt Website-Relaunch 2026. Unterstützung bei Umzug und Prüfung gibt es auf der Seite SEO und GEO von CremerMedia.
Quellen
Google Search Central: Weiterleitungen und die Google Suche und Website mit URL-Änderungen umziehen, abgerufen am 06.11.2026.