Mann im Blazer erklärt an einer Glaswand ein Diagramm mit steigender Kurve vor Zuhörern

Was kostet Social Media wirklich? Ehrliche Zahlen

Zwei Angebote für Social Media kosten gleich viel. Das eine enthält acht Beiträge auf einem Kanal, das andere zwölf auf zwei Kanälen, dafür musst du beim zweiten jede Woche Material liefern und jeden Beitrag freigeben. Welches ist günstiger? Die Antwort steht nicht auf der Rechnung, sondern in drei Dingen, die oft durcheinandergeraten: was du tatsächlich bezahlst, wie viel eigene Zeit gebunden bleibt und welcher Leistungsumfang dahinter steht.

Die Kernaussage dieses Beitrags: Ein fairer Kostenvergleich stellt für jeden Weg dieselben Kostenpositionen nebeneinander und hält Geld und Zeit getrennt. Eine Beauftragung kann eigene Zeit freisetzen. Ob sie sich lohnt, hängt vom Preis, von der verbleibenden Eigenarbeit und davon ab, wofür die frei gewordene Zeit genutzt wird. Du bekommst dazu die Kostenpositionen, belegte Orientierungswerte, ein durchgerechnetes Beispiel und am Ende die Preise von CremerMedia.

Geld, Zeitwert und entgangener Ertrag

Wer Kosten vergleicht, sollte drei Begriffe auseinanderhalten:

  • Ausgaben: Geld, das tatsächlich bezahlt wird, etwa für Tools, Honorare oder Anzeigen.
  • Kalkulatorischer Zeitwert: ein angenommener Wert für die Arbeitszeit, die gebunden ist. Er taucht auf keinem Konto auf.
  • Entgangener Ertrag: was wirtschaftlich verloren geht, weil eine konkrete andere Tätigkeit liegen bleibt.

Der Unterschied ist wichtig. Eine Stunde, die nicht mehr für Social Media gebraucht wird, erzeugt nicht automatisch zusätzlichen Umsatz. Sie kann trotzdem wertvoll sein, etwa für Kundenbetreuung, für ein Angebot, das sonst liegen bleibt, oder für einen freien Abend. Welcher dieser Werte für dich zählt, kann nur dein Betrieb beantworten.

Dieselben Kostenpositionen für jeden Weg

Ob du selbst umsetzt, einen Freelancer beauftragst oder eine Agentur: Für einen fairen Vergleich gehören bei jedem Weg dieselben vier Positionen in die Rechnung.

Kostenposition Eigene Umsetzung Freelancer Agentur
Laufende Ausgaben Tools, gegebenenfalls Produktion Honorar und vereinbarte Zusatzkosten Honorar und vereinbarte Zusatzkosten
Interne Arbeitszeit Planung, Produktion, Betreuung Material, Briefing, Freigaben Material, Briefing, Freigaben
Werbebudget separat, falls vorgesehen separat, falls vorgesehen separat, falls vorgesehen
Startaufwand Einrichtung und Einarbeitung Einrichtung laut Angebot Einrichtung laut Angebot
Vier Kostenpositionen, bei allen drei Wegen gleich

Zwei Dinge fallen dabei auf. Erstens kommt Werbebudget bei jedem Weg hinzu, wenn Anzeigen geschaltet werden, nicht nur bei einer Agentur. Zweitens bleibt auch bei einer Beauftragung interne Zeit: Jemand muss Einblicke liefern, Fragen beantworten und freigeben.

Erst danach lohnt der Preisvergleich, und zwar nur bei vergleichbarem Leistungsumfang. Acht Beiträge auf einem Kanal sind nicht dieselbe Leistung wie zwölf Beiträge mit Videos auf zwei Kanälen und täglicher Antwort auf Kommentare. Bei jedem Angebot lohnt deshalb die Frage, was genau jeden Monat passiert.

Was die einzelnen Posten kosten können

Tools

Für den Start sind bezahlte Werkzeuge keine Voraussetzung. Planungs- und Designtools gibt es in kostenlosen Versionen, die für einen Kanal oft reichen. Bei Metricool etwa enthält die kostenlose Version laut Preisliste eine Marke und 20 geplante Beiträge im Monat, LinkedIn und X ausgenommen. Der kleinste bezahlte Tarif kostet 16 Euro im Monat bei jährlicher und 20 Euro bei monatlicher Abrechnung, jeweils zuzüglich Umsatzsteuer (Stand 12. Oktober 2026). Canva gibt es ebenfalls kostenlos; den aktuellen Preis für Canva Pro nennt der Hersteller auf seiner Preisseite.

Freelancer

Für Stundensätze gibt es Befragungen. Laut der Freelancer-Studie 2026 von freelance.de (3.300 Befragte, veröffentlicht am 9. April 2026) verlangen Freelancer im Marketing durchschnittlich 86,70 Euro pro Stunde. Der Freelancer-Kompass 2026 von freelancermap nennt 103 Euro, beschreibt aber eine andere Gruppe: rund 5.400 Nutzer der Plattform, überwiegend aus Softwareentwicklung, Beratung und IT.

Daraus lässt sich eine Modellrechnung bilden, kein Marktpreis: Bei 86,70 Euro und angenommenen 10 bis 20 Stunden im Monat ergäben sich rund 870 bis 1.730 Euro. Wie viele Stunden eine Betreuung tatsächlich braucht, hängt vom Umfang ab, und viele Freelancer rechnen in Paketen statt in Stunden.

Agentur

Für Agenturpreise gibt es keine repräsentativen Marktdaten. Was sich vergleichen lässt, sind öffentlich ausgewiesene Pakete einzelner Anbieter, und die unterscheiden sich vor allem im Umfang: Anzahl der Kanäle und Beiträge, Videoanteil, Zeit für Kommentare, Auswertung, Anzeigenbetreuung. Die Pakete von CremerMedia stehen am Ende dieses Beitrags als ein konkretes Beispiel.

Werbebudget

Das Geld für Anzeigen fließt an die Plattform und kommt zu jedem der drei Wege hinzu. Wie viel sinnvoll ist, hängt vom Ziel, der Region und der Zielgruppe ab. In einem fairen Vergleich steht es deshalb als eigene Zeile, getrennt vom Honorar für die Betreuung.

Was eine Stunde deiner Zeit wert ist

Eine amtliche Zahl zum Vergleich gibt es: Laut Statistischem Bundesamt zahlten Arbeitgeber im Produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich 2025 durchschnittlich 45 Euro je geleisteter Arbeitsstunde, Bruttoverdienste und Lohnnebenkosten zusammen. Der Wert ist eine Hochrechnung aus der Arbeitskostenerhebung 2020. Er beschreibt, was eine Arbeitnehmerstunde einen Betrieb kostet, nicht was die Stunde einer Inhaberin oder eines Inhabers wert ist.

Für die eigene Stunde braucht es deshalb einen eigenen, ausdrücklich angenommenen Ansatz. Eine übliche Methode: ein kalkulatorischer Unternehmerlohn, geteilt durch die produktiven Stunden im Jahr.

Angenommenes Beispiel: 60.000 Euro kalkulatorischer Unternehmerlohn im Jahr, geteilt durch 1.600 produktive Stunden, ergibt 37,50 Euro je Stunde. Wer zusätzlich eigene Absicherung, Altersvorsorge oder Ausfallzeiten einrechnen möchte, setzt einen höheren Wert an. Beides sind Annahmen, keine amtlichen Werte.

Wichtig bleibt die Einschränkung von oben: Der Stundenwert macht sichtbar, wie viel Zeit gebunden ist. Ob diese Zeit anderswo Umsatz bringen würde, ist eine eigene Frage.

Ein Rechenbeispiel mit zwei getrennten Ergebnissen

Das folgende Beispiel ist ausgedacht und setzt einen gleichen Leistungsumfang für beide Wege voraus. Alle Werte sind Annahmen, die du durch deine eigenen ersetzen kannst.

Monatliche Position Selbst umsetzen Beauftragen
Tools, angenommen 40 Euro 40 Euro
Honorar, angenommen 0 Euro 990 Euro
Eigene Arbeitszeit, angenommen 20 Stunden 4 Stunden
Zeitwert bei angenommenen 60 Euro je Stunde 1.200 Euro 240 Euro
Tatsächliche Ausgaben 40 Euro 1.030 Euro
Summe einschließlich bewerteter Eigenzeit 1.240 Euro 1.270 Euro
Ausgedachtes Beispiel, ohne Werbebudget und einmalige Einrichtung

Das Beispiel zeigt die eigentliche Entscheidung: Die Beauftragung kostet 990 Euro mehr Geld im Monat und bindet dafür 16 Stunden weniger eigene Zeit. Mit dem angenommenen Stundenwert liegen beide Wege fast gleichauf. Mit 40 Euro je Stunde wäre das Selbermachen deutlich günstiger, mit 80 Euro die Beauftragung. Ob der Tausch sinnvoll ist, hängt davon ab, ob die 990 Euro tragbar sind und was in den 16 Stunden stattdessen passiert.

Welcher Weg zu dir passt

Die drei Wege sind keine festen Stufen. Ein Freelancer kann Strategie, mehrere Kanäle und Anzeigen betreuen, eine Agentur liefert nicht automatisch zuverlässiger, und niemand muss vom Selbermachen über den Freelancer zur Agentur wachsen. Hilfreicher ist die Auswahl nach fünf Fragen:

  1. Welche Leistungen und Fähigkeiten brauchst du? Nur Beiträge, oder auch Videoschnitt, Anzeigen, Auswertung?
  2. Wie viel interne Zeit ist realistisch frei? Auch in einer vollen Woche.
  3. Wer verantwortet Produktion und Freigaben? Und wie schnell kann diese Person freigeben?
  4. Wer springt bei Ausfall ein? Urlaub, Krankheit, volle Auftragslage.
  5. Welches Budget ist dauerhaft tragbar? Nicht für drei Monate, sondern für ein Jahr.

Zwischen „alles selbst“ und „alles abgeben“ gibt es außerdem eine gemeinsame Umsetzung: Der Betrieb liefert Einblicke, Fachwissen und Gesichter, externe Unterstützung übernimmt etwa Schnitt, Planung oder Auswertung. Das passt besonders zu Betrieben, die die Nähe zum eigenen Alltag behalten wollen. Wer das Wissen dafür im Team aufbauen möchte, findet Formate auf der Seite Social-Media-Schulung. Wie sich Agentur und Freelancer grundsätzlich unterscheiden, ordnet der Beitrag Agentur oder Freelancer ein.

Frau in hellem Mantel sitzt mit Tablet in einem Rundsessel vor Meer und Abendhimmel

Was CremerMedia kostet

Die folgenden Paketpreise sind die aktuell auf der Preisseite ausgewiesenen Pakete, keine Marktbeispiele. Alle Beträge verstehen sich zuzüglich Umsatzsteuer. Laut Preisseite ist das Aufsetzen immer enthalten, es gilt eine Kündigungsfrist von drei Monaten ohne Jahresbindung, bei sechs Monaten Laufzeit gibt es fünf Prozent Nachlass, bei zwölf Monaten zehn. Die Vertragsbedingungen stehen in den AGB.

Paket Preis pro Monat Umfang laut Preisseite
Klein 990 Euro ein Kanal, 8 Beiträge, davon 4 kurze Videos, 4 Stories, Antworten an drei Tagen der Woche, Themenplan, monatliche Kurzauswertung
Mittel 1.890 Euro zwei Kanäle, 13 Beiträge je Kanal, davon 6 Reels, 8 Stories je Kanal, ein Artikel für die Webseite, tägliche Antworten, Redaktionsplan, 30 Minuten Austausch, Auswertung
Groß 2.890 Euro drei Kanäle, 18 Beiträge je Kanal, davon 8 Reels, 16 Stories je Kanal, zwei Artikel, tägliche Antworten, 45 Minuten Austausch, vierteljährliche tiefere Auswertung, Vorrang bei Rückfragen
Premium 4.490 Euro drei bis vier Kanäle, 24 Beiträge je Kanal, davon 10 Reels, 24 Stories je Kanal, drei Artikel, zwei Termine, tägliche Antworten, Newsletter, Branchenbeobachtung, vierteljährliche Auswertung mit Quartalsplan
Social-Media-Pakete von CremerMedia, Stand der Preisseite am 12. Oktober 2026

Anzeigenbetreuung ist in keinem Paket als Leistung aufgeführt, und das Werbebudget kommt in jedem Fall hinzu. Aufnahmen vor Ort sind als Drehtag zubuchbar. Wie sich die Beiträge auf mehrere Kanäle verteilen, klären wir im Erstgespräch. Das solltest du bei jedem Anbieter vor dem Vertrag schriftlich festhalten.

Drehtage vor Ort

Leistung Preis Was dazugehört
Drehtag 890 Euro bis acht Stunden vor Ort, Auf- und Abbau, Drehplan und Aufnahmebrief
Halber Drehtag 534 Euro bis vier Stunden vor Ort, Auf- und Abbau, Drehplan und Aufnahmebrief
Mehrarbeit 111 Euro je angefangene Stunde nur nach vorheriger Absprache
Anfahrt bis 30 km ab Lennestadt inklusive etwa Attendorn, Olpe, Finnentrop
Anfahrt 30 bis 80 km 90 Euro pauschal etwa Siegen, Meschede, Arnsberg, Lüdenscheid
Anfahrt über 80 km 0,60 Euro je km für Hin- und Rückweg Übernachtung nach Beleg
Drehtage von CremerMedia, Preise netto zzgl. USt., gültig ab 12. Oktober 2026

Das Material eines Drehtags fließt in die Reels, die im Paket ohnehin enthalten sind, die Beitragszahl steigt dadurch nicht. Als Planungsgröße entstehen an einem halben Drehtag etwa vier bis sechs Reels Rohmaterial, an einem ganzen acht bis zwölf. Verschieben ist bis drei Werktage vorher kostenlos, danach werden 50 Prozent berechnet. Die Einwilligung der Mitarbeitenden, die gefilmt werden, holt der Betrieb ein. Das Material darf zeitlich unbegrenzt auf den eigenen Kanälen und für eigene Anzeigen genutzt werden.

Situation Passendes Paket Begründung
Du startest auf einem Kanal und hast intern keine Kapazität Klein Ein Kanal reicht, um zu sehen, ob Anfragen entstehen
Es kommen schon Anfragen über Social Media, deine Kunden sind auf zwei Plattformen Mittel Zweiter Kanal und Artikel für die Webseite
Du erreichst Kunden und Bewerber auf verschiedenen Kanälen Groß Drei Kanäle mit getrennten Zielgruppen
Social Media ist ein tragender Vertriebskanal Premium Größter Umfang und engster Austausch
Welches Paket zu welcher Situation passt

Ob eine Beauftragung für dich überhaupt sinnvoll ist oder eine Schulung und eigene Umsetzung besser passen, klärt das Erstgespräch. Die Leistungen im Einzelnen beschreibt die Seite Social Media Management.

Häufige Fragen

Was kostet Social Media für ein kleines Unternehmen?

Das hängt vom Weg und vom Umfang ab. Bei eigener Umsetzung können die Ausgaben mit kostenlosen Tools nahe null liegen, dafür ist eigene Arbeitszeit gebunden. Bei einer Beauftragung kommen Honorare hinzu, Werbebudget ist bei jedem Weg eine eigene Position. Vergleichbar werden Angebote erst bei gleichem Leistungsumfang.

Ist selbst machen günstiger als beauftragen?

Bei den Ausgaben meist ja, bei der gebundenen Zeit meist nein. Ob sich eine Beauftragung lohnt, hängt vom Preis, von der verbleibenden Eigenarbeit und davon ab, wofür die frei gewordene Zeit genutzt wird. Eine frei gewordene Stunde bringt nicht automatisch zusätzlichen Umsatz.

Was verlangen Social-Media-Freelancer pro Stunde?

Laut Freelancer-Studie 2026 von freelance.de verlangen Freelancer im Marketing im Schnitt 86,70 Euro pro Stunde (3.300 Befragte). Der Freelancer-Kompass 2026 nennt 103 Euro, allerdings für eine überwiegend aus IT und Beratung bestehende Gruppe. Monatsbeträge daraus sind Modellrechnungen.

Ist das Werbebudget in einem Betreuungspaket enthalten?

In der Regel nicht. Das Geld für Anzeigen fließt an die Plattform und kommt zum Honorar hinzu, egal ob du selbst umsetzt, einen Freelancer oder eine Agentur beauftragst. Bei den Paketen von CremerMedia ist weder Werbebudget noch Anzeigenbetreuung als Leistung aufgeführt.

Sind die Zahlen in diesem Beitrag verbindliche Preise?

Nur die Preise von CremerMedia sind verbindlich: die Paketpreise nach Stand der Preisseite am 12. Oktober 2026 und die Drehtagspreise, gültig ab 12. Oktober 2026, jeweils zuzüglich Umsatzsteuer. Stundensätze aus Studien, Tool-Preise und das Rechenbeispiel sind Orientierungswerte oder Annahmen, die du durch deine eigenen ersetzen solltest.

Quellen und weiterführende Informationen

Über die Autorin

Anna Cremer

Gründerin und alleinige Inhaberin von CremerMedia in Lennestadt im Sauerland. Selbstständig in der Medienbranche seit 2006, im Online-Marketing seit 2012, CremerMedia gibt es seit 2016. Sie arbeitet in erster Linie als Freelancerin und wird von drei Personen unterstützt. Als Strategin, Produzentin und Dozentin betreut sie Kundschaft vom Handwerksbetrieb bis zum Marketingteam mit eigener Rechtsabteilung.

Als Dozentin bildet sie Social Media Manager und SEO Manager aus und schult Marketingteams. IHK-zertifizierte Social Media Managerin, IHK-zertifizierte Fachkraft für Webdesign einschließlich WordPress und SEO, Weiterbildungen bei Google, LinkedIn und Meta.

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